zur Theorie der boem Praxis! boem re-design

Wehrte LeserInnen!

zu unserer Theorie der Praxis:

Wien, fehlt ein Ort der Analyse. Mindestens ein Ort. Informations- und Erfahrungsaustausch sind wichtig. Seit knapp sieben Jahren arbeiten wir im BOEM* an den Schnittstellen von Kunst, Politik, Aktivismus und das im Modus des Alltäglichen.

Österreich ist eine gespaltene Gesellschaft. Falls es überhaupt eine Gesellschaft ist. Bei manch unseren Präsentationen im akademischen Umfeld, wurden wir öfters erstaunt angesehen und kritisiert, das unter unsren Gästen, und NutzerInnen selbst FPÖ WählerInnen anwesend waren. Die Kritik, wich dem Staunen, das dieselben FPÖ SympatisantInnen mit uns gemeinsam z.b. den Protest der somalischen AktivistInnen vor dem österreichischen Parlament unterstützt haben. Eine unserer wichtigsten Erfahrungen ist, das gesellschaftliche Veränderung nur durch konkrete Arbeit möglich ist.

Kurzausflüge in die “Blase” der Anderen, in die Vorstadt, dort wo der Andere lebt und arbeitet, sind nicht wirklich von guten Erfolgsaussichten geprägt. 2017 nehmen, wollen wir uns eine künstlerische Auszeit nehmen. Natürlich wissen wir nicht ob es uns gelingt, denn die Lage ist auch für uns schwierig. Unsere künstlerische Position ist schon per-se eine aus der Position von solidarischen Marginalisierten. Und ja, wir haben sicherlich auch selbst dazu beigetragen, beziehungsweise uns diese Position auch selbst erarbeitet.

Die Erfahrungen sind einfach zu schön, wenn uns zum Beispiel Menschen die uns angegriffen haben, weil wir eine serbische schwule “Hochzeit” in unserer Galerie gefeiert haben, plötzlich zu Akteuren in der performativen Inszenierung dieser Hochzeit werden. Wenn wir entdecken, wie viele Menschen in Wien, an den Kriegen und kriegerischen Auseinandersetzungen in Jugoslawien teilgenommen haben, und wenn wir plötzlich sehen, das deklarierte Rassisten, aktiv und freundschaftlich und emphatisch zu begeisterten Gästen des benachbarten afrikanischen Lokals werden. Aber solche Veränderungen sind nicht irreversibel.

Progressive und nachhaltige gesellschaftliche Veränderung ist kein Einzelunternehmen. Es braucht Allianzen mit langem Atem. Wir finden das es in Wien kaum Orte für solch Allianzen gibt. Unsere Szenen, künstlerisch, politisch usw… sind fragmentiert und treten kaum in einen produktiven Austausch. Wir brauchen auch den Austausch mit Euch, eure Empathie und Intelligenz.

Wir arbeiten daran, das unsere Webseite, solch ein Ort werden kann, und hoffen, das Ihr unser Angebot annehmen wollt, und bitten Euch aktiv teilzunehmen. Wir sind für Eure Vorschläge offen, und freuen uns auf Eure Kritik, Anregungen und Wünsche.

 

Für das BOEM*

Alex Nikolic

 

 

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