Dieter Schrage: The Situationist International, 7pm CET, March 14, 2011

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Die SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE (S I), 1957 bis 1972, war eine linksradikal orientierte Gruppe von RevolutionärInnen, Linksintellektuellen und Architekten, Künstlerinnen und Künstlern. In dem Begriff SITUATIONISTISCHE INTERNATIONALE kommen zwei Bedeutungsebenen zusammen:

a) eine strategische (methodische)

“Unser Hauptgedanke ist der einer Konstruktion von Situationen — d. h. der konkreten Konstruktion kurzfristiger Lebensumgebungen und ihrer Umgestaltung in eine höhere Qualität der Leidenschaft. Wir müssen eine geordnete Intervention in die komplizierten Faktoren zweier großer, sich ständig gegenseitig beeinflussender Komponenten durchführen: die materielle Szenerie des Lebens und die Verhaltensweisen, die sie hervorbringt und durch die sie umgestaltet wird.” (Guy Debord: Rapport zur Konstruktion von Situationen, Paris 1957)

b) eine organisatorische

Die S.I. hatte ihr Zentrum in Paris. Sie war in internationale Sektionen aufgegliedert. Neben der französischen gab es die holländische, die deutsche , die skandinavische, zeitweise die amerikanische und andere Sektionen.

Rückblickend teilte Guy Debord, der zentrale Denker und Stratege der S I, die Tätigkeit der S.I. in zwei Perioden ein:

1) 1957 bis 1962 mit der “Aufhebung der Kunst” als Hauptthema, was in der S.I.- Praxis einen fast völligen Ausschluß der Künstler und Künstlerinnen aus vielen Ländern „wegen unsituationistischem Verhaltens“ durch den rigeriosen Zentralrat in Paris bedeutete.

2) ab 1962, als die Periode der “Verwirklichung der Politik”. Eine Bedeutung erlangte die S I im Umfeld der Studentenrevolte in Paris 1968 durch die Schmähschrift für die Straßburger StudentInnen „Über das Elend im Studentenmilieu, betrachtet unter seinen ökonomischen, politischen, psychologischen, sexuellen und besonders intellektuellen Aspekten und über einige Mittel, diesem abzuhelfen” und durch die „Wütenden” während des Mai ´68 in Paris.

Beeinflußt durch die S I wurden die Kommunikationsguerilla, der radikale Teil der Punks und zahlreiche Radikale, teilweise auch künstlerische Gruppierungen unserer Zeit wie z. B. „Reclaim the Streets“.

 

Dieter Schrage, born 1935 in Hagen (Westfalen, Germany), studied dramatics in Cologne, then, after moving in 1960, in Vienna. He is a Ceramicist, worked as an art consultant in banking business and was curator of the Museum Of Modern Arts Vienna (MUMOK). He teaches at the University of Vienna, Salzburg and at the University of Music and Performing Arts Vienna. Beginning 1950s Schrage joined the Social Democratic Party Austria, changed his political position in the late 1960s. Engagement in the Arena-Movement 1976, active in The Green Alternative since 1987. Serious Illness 1989 to 1992.
Founder of the Pierre Ramus – Society 1992, member of the district council in The Green Alternative for many years, he acts today in the council of the 14th district of Vienna. He also is
spokesman for the senior citizens in the Green Party.