Pressekonferenz

Mit uns ist immer zu Rechnen.

Hor „29.Novembar“ beim Festival des Politischen Liedes

pünktlich:Freitag 11.06. 2010

20:00 UHR bei Cevapcici und Bier, Singen und Fussball

BOEM
Koppstrasse 26/1-6
1160 Wien
0699/10937095

HOR 29 Novembar

wurde im Oktober 2009 ins leben gerufen. Am Anfang stand die Idee von Alexander Nikolic und Sasa Miletic, einen Chor zu gründen, dem jeder beitreten kann und wo Arbeiter-und Partisanenlieder gesungen werden. Dieser Aufruf richtete sich vor allem an die in Wien lebenden Nachkommen Jugoslawiens, also von den ersten Gastarbeitern, über jene welche im Zuge des Krieges nach Wien kamen, bis hin zu den zahlreichen StudentInnen welche in den letzten Jahren nach Österreich kamen.

Nachdem der Aufruf ein voller Erfolg war, erweiterte sich die Dimension des gemeinsamen Singens, in eine kreative und aktivistische Position, welche sich vor allem mit der Rolle des sogenannten „Gastarbeiters“ in der österreichischen Gesellschaft beschäftigt. Diese künstlerische Intervention, soll vor allem als eine Anerkennung jener dienen, welche schon seit mehr als 40 Jahren durch ihre Arbeit und Existenz zum österreichischen Wohlstand beitragen. Eine Intervention, welche dem ehemals internationalistischen und klassenbewussten jugoslawischen Proletariat in Wien, ihre historisch gesehen linken und progressiven Wurzeln in Errinnerung ruft, anstatt ethnisch und national definierte Folklore zu bedienen.


Oft werden auch Lieder der popkulturellen Sphäre, Rock, Pop und Punk in Chor Versionen rearangiert, und das gleiche gilt für Schlagersongs welche sich mit den alltäglichen Lebensumständen in der Diaspora auf unterschiedlichste Weise auseinander setzen. Auf diese Weise vermeidet der Chor auch nur auf ein fadenscheiniges Nostalgieprojekt reduziert zu werden, und ist gleichzeitig ein absolut kontemporäres popkulturell und sozialpolistisch relevantes Aktionskollektiv.

Nachdem der feine Humor und diese Zeitgenössisch relevante Position nur etwa 300.000 Menschen in Österreich direkt sprachlich verständlich ist, wurde das Repertoir um mehrere Sprachen erweitert. Also neben musikalischen Leckerbissen aus dem Gebiet EX-YU, gibt es noch Lieder auf Deutsch, Spanisch, Russisch, und Jiddisch, Romanes und albanisch wird noch geübt. Das hat sich selbstverständlich positiv auf die Mitgliederstruktur ausgewirkt, viele mit nicht „jugoslawischem“ Hintergrund haben sich dem Kollektiv angeschlossen.

Wichtig für uns ist, dass jeder Mitsingen kann. Man muss nicht singen können, man muss nicht Kommunist sein. Wichtig ist dass uns Ideen von Freiheit und Gleicheit gemeinsam sind. Der Chor beschäftigt sich intensiv mit der Geschichte und der Rolle des sog. »Gastarbeiters« in der österreichischen Gesellschaft. So wurde der allererste Auftritt des Chors vor dem ehemaligen Klub »Radnik« gehalten, dem ersten jugoslawischem Arbeiterverein in Österreich, vielleicht weltweit (gegr.1969). Abgesehen davon ist der Chor bei anderen politisch relevanten Aktionen solidarisch und stimmkräftig dabei. Mit uns ist immer zu Rechnen.


HOR ’29.NOVEMBAR‘ bedankt sich bei Andrej Filev innerhalb dessen prozessualen Austellung „Die Schönheit der Arbeit“ diese Pressekonferenz abgehalten werden kann. Filev’s Ausstellung transformiert sich noch bis 11. Juli 2010.