desde aquí.von hier aus.

Das offene Buch_Präsentation

RHIZOM-Projekte Nicaragua-Österreich 1989-2011

inkl. Präsentation der Arbeit ‚peel slowly and see‘

11. November 2011 / 21 Uhr @ BOEM* Gallery
RHIZOM: www.rhizom.mur.at

Textauszug

Das ist eine Entwicklungsgeschichte, die ihre Verankerung in einem konkreten JETZT und HIER hat. Es wird im öffentlichen/gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Raum gesprochen. Und es wird korrespondierend an 2 Orten, in Chinandega und Graz gehandelt.

Die Geschichte beginnt in…

einer (Zelt-)Stadt im Zentrum der Hauptstadt Managua, die von hunderten Plantagenarbeitern/innen und ihren Familien aus Chinandega 2004 errichtet wurde und immer wieder über längere Zeiträume bewohnt wird. Als Stadt wider das Vergessen. Eine Stadt benannt nach dem Pestizid Nemagón (DBCP/Dibrom-Chlor-propan), das, hergestellt von Dow Chemicals, Shell Oil und Occidental, von Standard Fruit (Dole Food Company), Del Monte und United Fruit (Chiquita) auf den Bananenplantagen in Nicaragua (u.a. zentral-amerikanischen Staaten und Afrika eingesetzt wurde. Das Pestizid führt bei kontinuierlichem Kontakt (Besprühung der Plantagen, somit auch der Arbeiter/innen und ihrer Familien, durch kontaminiertes Trinkwasser und Waschanlagen etc.) zu schweren gesundheitlichen Schäden bis zum Tod. Nemagón greift die hormonbildenden Organe an, führt zu Verlust der Sehkraft, Nieren-, Magenkrebs, bei Frauen zu Brust-, Gebärmutterkrebs und Fehlgeburten, bei Männern zu Sterilität.
Während der 70er und 80er-Jahre wurden bis zu 22.000 Arbeiter/innen allein in Nicaragua wissentlich dem Pestizid ausgesetzt. Obwohl Nemagón bereits 1979 auf Grund der bekannten gesundheitlichen Schädigungen in den USA verboten wurde, kam es noch bis 1985 in einigen Ländern Lateinamerikas zum Einsatz. Alle Proteste seit nunmehr 21 Jahren, alle gewonnenen Entschädigungs-prozesse in Nicaragua, alle geführten Prozesse vor amerikanischen Gerichten haben zu keiner würdigen Entschädigung der Opfer geführt. Dole hat bis jetzt keinerlei Verantwortung für die nachhaltige Schädigung der Arbeiter/innen übernommen.

Infos zum Buch:
Herausgeber & Verleger:
RHIZOM, Jakoministraße 16/2, 8010 Graz, Austria
Umfang: 116 Seiten
deutsch/spanisch
Auflage: 250 Stück, handnummeriert, gestempelt & in Weiterbearbeitung
Künstler/innenseiten: e.d. gfrerer, Florian Sorgo, Leo Kreisel-Strausz, Mirko Maric, Consuelo Mora Benard, Heinz-Joachim Schubert, Angelika Thon
Texte: Darwin René Andino Soto, Chico Güirila (Francisco González), Werner Fenz, Margit Franz, Reni Hofmüller, Werner Hörtner, Margret Kreidl, Leo Kreisel-Strausz, Jerónimo Lira, Irene López Meza, Consuelo Mora Benard, Rosa María Morales Palacio, Katharina Mraček-Gabalier, Franz Niegelhell

peel slowly and see

(Florian Sorgo, Spanien 2011)
Mit Warhol im Rücken wird die Industrialisierung und Massenproduktion in den Blick genommen. Ein Markt, der dezentral erscheint, aber dessen Gefälle insbesondere für die arbeitenden Massen deutlich spürbar ist, besonders dann wenn ein Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefert-sein das Spiel mitbestimmt. Die Bananenschalen sind die Metapher der Folgen für die Arbeiter_innen. Das Produkt wird exportiert, die Nachwirkungen der Arbeitsbedingungen bleiben zurück. Im Gegensatz zu Warhols Drucken, die bewusst entindividualisiert wurden, wird hier jede Bananenschale händisch und somit als Einzelstück produziert. Sie unterscheiden sich voneinander, wie die einzelnen Erfahrungen der Arbeiter_innen sich in ihren Lebensrealitäten unterscheiden.
Bei den früheren Ausgaben des Velvet-Underground-Albums (dessen Cover die Banane Warhols ziert) war es möglich – mit dem Hinweis ‚peel slowly and see‘ – die Schale abzuziehen, sodass darunter eine geschälte Banane zum Vorschein kam. Hier findet sich nichts hinter der Schale.


desde aquí.von hier aus.

Das offene Buch_Präsentation

RHIZOM-Projekte Nicaragua-Österreich 1989-2011

inkl. Präsentation der Arbeit ‚peel slowly and see‘

11. November 2011 / 21 Uhr @ BOEM* Gallery
RHIZOM: www.rhizom.mur.at

Textauszug

Das ist eine Entwicklungsgeschichte, die ihre Verankerung in einem konkreten JETZT und HIER hat. Es wird im öffentlichen/gesellschaftlichen, kulturellen und politischen Raum gesprochen. Und es wird korrespondierend an 2 Orten, in Chinandega und Graz gehandelt.

Die Geschichte beginnt in…

einer (Zelt-)Stadt im Zentrum der Hauptstadt Managua, die von hunderten Plantagenarbeitern/innen und ihren Familien aus Chinandega 2004 errichtet wurde und immer wieder über längere Zeiträume bewohnt wird. Als Stadt wider das Vergessen. Eine Stadt benannt nach dem Pestizid Nemagón (DBCP/Dibrom-Chlor-propan), das, hergestellt von Dow Chemicals, Shell Oil und Occidental, von Standard Fruit (Dole Food Company), Del Monte und United Fruit (Chiquita) auf den Bananenplantagen in Nicaragua (u.a. zentral-amerikanischen Staaten und Afrika eingesetzt wurde. Das Pestizid führt bei kontinuierlichem Kontakt (Besprühung der Plantagen, somit auch der Arbeiter/innen und ihrer Familien, durch kontaminiertes Trinkwasser und Waschanlagen etc.) zu schweren gesundheitlichen Schäden bis zum Tod. Nemagón greift die hormonbildenden Organe an, führt zu Verlust der Sehkraft, Nieren-, Magenkrebs, bei Frauen zu Brust-, Gebärmutterkrebs und Fehlgeburten, bei Männern zu Sterilität.
Während der 70er und 80er-Jahre wurden bis zu 22.000 Arbeiter/innen allein in Nicaragua wissentlich dem Pestizid ausgesetzt. Obwohl Nemagón bereits 1979 auf Grund der bekannten gesundheitlichen Schädigungen in den USA verboten wurde, kam es noch bis 1985 in einigen Ländern Lateinamerikas zum Einsatz. Alle Proteste seit nunmehr 21 Jahren, alle gewonnenen Entschädigungs-prozesse in Nicaragua, alle geführten Prozesse vor amerikanischen Gerichten haben zu keiner würdigen Entschädigung der Opfer geführt. Dole hat bis jetzt keinerlei Verantwortung für die nachhaltige Schädigung der Arbeiter/innen übernommen.

Infos zum Buch:
Herausgeber & Verleger:
RHIZOM, Jakoministraße 16/2, 8010 Graz, Austria
Umfang: 116 Seiten
deutsch/spanisch
Auflage: 250 Stück, handnummeriert, gestempelt & in Weiterbearbeitung
Künstler/innenseiten: e.d. gfrerer, Florian Sorgo, Leo Kreisel-Strausz, Mirko Maric, Consuelo Mora Benard, Heinz-Joachim Schubert, Angelika Thon
Texte: Darwin René Andino Soto, Chico Güirila (Francisco González), Werner Fenz, Margit Franz, Reni Hofmüller, Werner Hörtner, Margret Kreidl, Leo Kreisel-Strausz, Jerónimo Lira, Irene López Meza, Consuelo Mora Benard, Rosa María Morales Palacio, Katharina Mraček-Gabalier, Franz Niegelhell

peel slowly and see

(Florian Sorgo, Spanien 2011)
Mit Warhol im Rücken wird die Industrialisierung und Massenproduktion in den Blick genommen. Ein Markt, der dezentral erscheint, aber dessen Gefälle insbesondere für die arbeitenden Massen deutlich spürbar ist, besonders dann wenn ein Gefühl von Ohnmacht und Ausgeliefert-sein das Spiel mitbestimmt. Die Bananenschalen sind die Metapher der Folgen für die Arbeiter_innen. Das Produkt wird exportiert, die Nachwirkungen der Arbeitsbedingungen bleiben zurück. Im Gegensatz zu Warhols Drucken, die bewusst entindividualisiert wurden, wird hier jede Bananenschale händisch und somit als Einzelstück produziert. Sie unterscheiden sich voneinander, wie die einzelnen Erfahrungen der Arbeiter_innen sich in ihren Lebensrealitäten unterscheiden.
Bei den früheren Ausgaben des Velvet-Underground-Albums (dessen Cover die Banane Warhols ziert) war es möglich – mit dem Hinweis ‚peel slowly and see‘ – die Schale abzuziehen, sodass darunter eine geschälte Banane zum Vorschein kam. Hier findet sich nichts hinter der Schale.